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3D-Druck – die nächste Revolution in der Produktion?

Einen faszinierenden Ausblick in die Zukunft der Produktionstechnologie gab der mittlerweile zwanzigste vom ETEC und dem networker NRW initiierte und organisierte ComIn Talk.

Etwa 60 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft verfolgten zunächst das Impulsreferat von Dr. Jan T. Sehrt, Leiter des Rapid Technology Centers der Universität Duisburg-Essen. Unter dem Titel „Herausforderungen des 3D-Druckens für den industriellen Einsatz – Status und Ausblick“ gab Dr. Sehrt zunächst einen kurzen Abriss der physikalischen Grundlagen dieser Technologie. Auch wenn, teilweise durch „mediale Visionen“ geschürt (3D-Druck von Körperteilen, Lebensmitteln, Kleidung etc.), die Erwartungshaltung gegenüber dieser Technologie als häufig überzogen und unrealistisch angesehen werden muss, deutete Dr. Sehrt teilweise faszinierende Anwendungsgebiete für die mittelfristige Zukunft an. Entwicklung und Produktion biokompatibler Materialien, Reduzierung von Gewicht, Verkürzung von Entwicklungszeiten sind nur einige Stichworte, die die positiven Auswirkungen der Technologie beschreiben. Um die Entwicklung der 3D-Technologie voranzutreiben, wird es lt. Dr. Sehrt zukünftig darauf ankommen, insbesondere die Ausbildung der Studenten anzupassen, Standardisierung im internationalen Maßstab vorzunehmen, Designvorteile zu nutzen und die Qualität zu sichern und zu verbessern.

Die anschließende Podiumsdiskussion wurde ergänzt um Torsten Gratzki (Managing Partner bei piu products, Essen), Oliver Herrmann (Consultant bei der RTC Rapid Technologies GmbH, Mettmann) und Marc Dieckerhoff (Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, Dortmund). Die Expertenrunde kam schnell zu dem Ergebnis, dass mit zunehmenden Preisverfall 3D-Druck auch im privaten Umfeld immer attraktiver werden wird. Alle Podiumsteilnehmer wiesen aber auch darauf hin, dass hier noch Rechtssicherheit hergestellt werden muss, da z.B. beim privaten 3D-Nachbau von Ersatzteilen noch haftungsrechtliche Risiken bestehen. Signifikante Trends wie etwa der „vom Consumer zum Prosumer“ befeuern die Weiterentwicklung des 3D-Druckes und das wachsende Interesse an dieser Technologie. Beste Beispiele hierfür sind etwa die von Nike seit einiger Zeit angebotenen, personalisierbaren Sportschuhe oder „mymuesli“ mit individualisierbaren Müsli-Mischungen.

Schon heute stehen viele Dinge des täglichen Lebens für den 3D-Druck als Download zur Verfügung. Alle Experten der Podiumsrunde erwarten kurz- bis mittelfristig, dass auf dieser Basis und mit dem Verfall der Preise von 3D-Druckern eine Vielzahl von neuen, vor allem innerstädtischen Copy-Shops mit 3D- und CAD-Kompetenzen entstehen werden, die dann als Dienstleister für Privat-Personen als auch für mittelständische Unternehmen zur Verfügung stehen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Präsentation zahlreicher 3D-Exponate aus dem Produktions-Fundus der RTC Rapid Technologies GmbH und aus dem Forschungsbereich der Universität Duisburg-Essen. Zusätzlich konnten zwei 3D-Drucker der RTC Rapid Technologies GmbH bei der Arbeit beobachtet werden.

Den Abschluss krönte wieder das besondere Catering von Sonja Beselin und dem Team der Kochschule im Schloss Schellenberg, dieses Mal unter dem Motto „3D-Druck“.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion:

Marc Dieckerhoff

Fraunhofer-Institut IML, Dortmund

Thorsten Gratzki

Managing Partner bei piu products, Essen

Oliver Herrmann

Consultant der RTC Rapid Technologies GmbH, Mettmann

Dr. Jan T. Sehrt

Leiter des Rapid Technology Center an der Universität Duisburg-Essen

Den Impulsvortrag von Dr. Sehrt finden Sie hier

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht zum 20. ComIn Talk