Rückblick

„Digital Culture“ – ein aktuelles, viel diskutiertes Thema, das am Montagabend knapp 60 Teilnehmer in das ComIn genius in Essen lockte.

Inspiriert durch das ebenfalls im ComIn ansässige Camp Essen, hat der networker NRW gemeinsam mit seinem Regionalvorstand Essen beschlossen, den 26. ComIn Talk dem Thema „Digital Culture“ zu widmen. Dazu konnten, wie gewohnt, hochkarätige Referenten gewonnen werden: Dirk Smikale von der innogy SE und Sven Wehlmann von der VIRTA GmbH gaben Einblicke in gelebte digitale Kulturen.

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Sven Wehlmann von der VITRA GmbH

Sehr offen und transparent stellte Dirk Smikale – bei der innogy verantwortlich für das Projekt „innogize your work“ – den aufmerksamen Zuhörern, das Projekt vor und erklärte was „Digital culture“ für die innogy SE bedeutet. Das durch den Vorstand beschlossene Programm soll unter anderem die Attraktivität als Arbeitsgeber steigern und die Mitarbeiter zu kreativem Teamwork mit zeitgemäßen Arbeitsweisen motivieren. Dafür gibt es die sogenannte Arbeitskulturwerkstatt, in welcher Teams über einen längeren Zeitraum testen, in einer offenen Arbeitsumgebung zu arbeiten. Ein Vortrag, der durch seine Offenheit und den Informationsgehalt auf großen Zuspruch im Publikum stieß, wenngleich das Projekt auch kritisch betrachtet wurde.

Sven Wehlmann überzeugte mit vielen Beispielen, wie Unternehmen ihre Räumlichkeiten bereits an die digitale Arbeitskultur angepasst haben. Von Joggingstrecken durch die Büroräume, über Schaukeln bis hin zu Bäumen war alles dabei. Durch die offenen Arbeitsräume sollen Hierarchien abgeschwächt und die Kreativität der Mitarbeiter gefördert werden. Als Beispiel wird hier der „Garage Spirit“ genannt, basierend auf der Gründungsgeschichte einiger US-Konzerne wie Apple oder Windows, die in Garagen entwickelt und gegründet wurden. So gibt es heute bei Apple immer noch Garage-Spirit-Räume, die dieses einzigartige Flair aufgreifen.

Die anschließende Podiumsdiskussion ergänzten, neben den beiden Referenten, Nils Ehle vom Camp Essen und Sascha Albrink von der Agentur sixclicks. Schon vor der Diskussionsrunde kamen kritische Fragen aus dem Publikum, inwiefern Mitarbeiter vion den Konzepten überzeugt sind und Mitspracherechte haben. Das Publikum schwankte zwischen Begeisterung und Kritik und es wurde intensiv diskutiert. Sascha Albrink stellte klar, dass in seiner Agentur einige Mitarbeiter ausdrücklich keinen Wert auf eine räumlich geöffnete Arbeitskultur legen. Nils Ehle hingegen konnte positive Beispiele für gelebte „Digitale Culture“, u.a. im Camp Essen nennen.

Bleibt die Frage, ob „Digital Culture“ nun ein Hype ist oder wirklich erforderlich. Die Diskussionsteilnehmer sind sich einig, dass „Digitale Culture“ kein Hype ist, sondern ein Teil unserer Zeit, der nicht ignoriert werden kann und gelebt werden muss, insbesondere von der Generation Y. Dies wird in Konzernen sicherlich im größeren Rahmen, als in kleinen- und mittelständischen Unternehmen umgesetzt, heißt jedoch nicht nur, dass kostspielig neue Räumlichkeiten geschaffen werden müssen, sondern dass die digitale Kultur, frei nach dem Motto „Culture eats strategy for breakfast“ gelebt werden muss.

ComIn Talk 2

v.l.n.r.: Susanne Hegemann (Moderation), Nils Ehle (Camp Essen), Dirk Smikale (Innogy SE), Sascha Albrink (sixclicks GmbH) und Sven Wehlmann (VITRA GmbH)

Die Diskussion und der Austausch wurden anschließenden am Buffet intensiv weiter geführt und Visitenkarten fleißig ausgetauscht.

Die gehaltenen Keynotes: